2018 – Was das neue Jahr uns bringen wird

Geschrieben von Martin am 10. Januar 2018

In vielen Bereichen, ob Politik, Wirtschaft oder Gesellschaft, beschäftigt man sich mit dieser Frage. Ich möchte dieses mal aus meiner christlich-katholischen Sicht kommentieren.

Kaum ist Sie vorbei die Weihnachtszeit – dann tritt der nüchterne Alltag schon wieder ein. Was haben wir mitgenommen von dieser Zeit? Was hat uns das Kind in der Krippe gegeben, damit es dieses Jahr anders – ja in manchen Punkten auch besser – laufen kann als im letzten Jahr?

Erst einmal stellt sich die Frage: Ist Änderung überhaupt möglich? Die Frage scheint berechtigt zu sein. So sagte doch Woody Allen in einem Interview zu seinem neuen Film „Wonder World“, dass unsere Existenz ein sinnloses Rad ist – wir machen einfach keinen Fortschritt.
Könnte man auch so interpretieren: Wir drehen uns um uns selbst mit all unseren Problemen und Sorgen – und das war’s. Ich würde Woody Allen mal eher als einen intelligenten Menschen einordnen – wenn dass seine Einschätzung zur Lage der Menschheit ist – ich finde dies schon sehr trostlos.

Trostlosigkeit sollte es ja bei uns Christen eher nicht geben, denn wir haben ja die Hoffnung. Aber wie sieht es denn wirklich bei uns im Alltag aus?
Da gibt es durchaus noch Aktivitäten – aber kaum einer erkennt, dass der Zug für diese Art von Aktivitäten schon längst abgefahren ist. Nehmen wir z. B. mal die Leute in der Kirche, die immer noch darauf hoffen, dass die 68er-Reformen auch in der Kirche durchgesetzt werden. Leidlicherweise klappt dies nur scheibchenweise und den großen Durchbruch werden die Verfechter wahrscheinlich selbst aus dem Altersheim heraus nicht mehr beobachten können. Und dann gibt es die „Konservativen“, die gegen „modernistische“ Kirchenleute wettern, die mal wieder ganz neue Ideen haben, was man in der Kirche alles so ändern muss – ist dann nur irgendwie nicht mehr wirklich katholisch.
Beide Aktionen haben eines gemeinsam. Mit ihnen kann man keine Menschen für Christus begeistern. So what?

Dann gibt es aber noch das Feld an Katholiken hier in Deutschland – freilich im starken Abschmelzungsprozeß – die sich in ihrer Volkskirche noch recht wohl fühlen: Schöner Gottesdienst, nettes Pfarrfest, tolle Gemeinde. Mal abgesehen von den über 90%, die zwar mal katholisch getauft wurden, aber mit allem anderen schon nichts mehr zu tun haben. Oder die typische katholische Gebetsgruppe: Schön zusammen den Rosenkranz beten, gemütliches Beisammensein und schon hat man eine kleine Insel der Glückseligkeit. So schön diese Selbstgenügsamkeit auch sein mag: Sie bringt es selten zu dass, was wir wirklich brauchen: Änderung. Änderung dahin, dass wir Christen denen endlich Hoffnung bringen, bei denen die Hoffnung schon offensichtlich á la Woody Allen aufgekündigt wurde.

Zwei Bilder haben mich in den letzten Tagen geprägt. Zum einem der Abriss des Immerather Dom, der den Braunkohlabbau in der Nähe von Erkelenz weichen musste. Nicht wenige Menschen trauerten darum. Da wird ein Kulturgut, ein Stück Heimat abgerissen. Da gibt es noch Anwohner, die sich daran erinnern, in dieser Kirche getauft worden zu sein.
Wenn wir jetzt mal die Faktoren Kultur und Heimat beiseite lassen – wäre der Abriss dieses Gotteshauses nicht zeitgemäß, selbst wenn kein Braunkohleabbau dahinter stehen würde? Für die heutige durchschnittliche Menge an Kirchenbesuchern dürfte diese Kirche wohl recht überdimensioniert sein und ein solch großes, altes Gebäude wird man im Winter wohl kaum noch wirtschaftlich heizen können. Nur hohe Decken alleine sorgen noch nicht für eine gute Atmosphäre.
Beim Punkt Atmosphäre wären wir dann auch schon beim zweiten Bild: Die Mehr-Konferenz dieser Tage in Augsburg. Über 10.000 Menschen strömten dahin und dass in einem Altersdurchschnitt von denen die Volkskirche schon weit entfernt ist. Aber das eigentliche, was dort die Atmosphäre ausmacht, ist die Begeisterung, die dort regelrecht ausströmt. Wenn Johannes Hartl dort auf der Bühne zu den Menschen spricht, dann nicht wegen Friede, Freude, Eierkuchen oder bleibt so wie ihr seit – sondern wirklich der Aufruf zu Änderung im Geiste Gottes. Und damit scheint er offene Türen einzurennen. Ja, es gibt sie noch, die Menschen, die sich be“geist“ern lassen und die auch wissen, dass es ihr ganz persönliches Leben betrifft. Das Leben, dass bereit sein muss, sich für den heiligen Geist zu öffnen. Dann bringt es Änderung. Bei sich selbst. Und dann kann es auch bei den Mitmenschen Änderung bringen.

Während also der Abriss der Kirche in Immerath ein Symbol des Niedergangs der Volkskirche ist, so ist die Mehr-Konferenz ein Symbol dafür, dass es woanders mit der katholischen Kirche auch weitergeht. Nur oft in anderer Form, als wir es gewohnt sind. Machen wir uns nichts vor: Mit Orgelspiel, harte Bänke und zahnlosen Predigten können wir die Menschen nicht für Christus gewinnen. „Komm, Heiliger Geist, erfülle die Herzen deiner Gläubigen, entzünde in uns das Feuer deiner Liebe. Sende deinen Geist aus, und alles wird neu geschaffen, und du erneuerst das Angesicht der Erde“ heißt es auf dem Gebetszettel der Legion Mariens.
Ja, Herr sende Deinen Geist in dieser Welt und fange bei mir an.

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